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Daniel · 11. Oktober 2026 · 8 Min. Lesezeit

Wiener Küche – beliebt, begehrt & allseits bewährt

Wiener Küche – beliebt, begehrt & allseits bewährt

Die Wiener Küche ist ein Verschnitt: aus Böhmen, aus Ungarn, aus Italien, aus den ehemaligen Kronländern und aus den Klöstern. Genau diese Mischung macht sie bis heute so zuverlässig. Jedes Gericht schmeckt nach Herkunft, ohne fremd zu wirken.

Das Schnitzel ist der bekannteste Botschafter: dünn geklopft, in Eier- und Bröselpanade, in Butterschmalz schwimmend herausgebacken, mit einem Keil Zitrone. Dazu Petersilerdäpfel oder Erdäpfelsalat. Und die Frage, ob ein Blatt Salat dazugehört, darf gern etwas länger dauern.

Wer es ruhiger mag, findet bei den Suppen und Schmorgerichten die eigentliche Heimat dieser Küche: Tafelspitz mit Wurzelgemüse und Apfelkren, Gulasch mit Semmel, ein Bierbratl mit Knödel, Krautsalat als ständiger Begleiter. Diese Küche braucht Zeit, aber keine hohen Töne.

Und dann das Dessert: Kaiserschmarrn mit Staubzucker und Zwetschkenröster, Apfelstrudel mit Vanillesauce, im Sommer ein Marillenkuchen. In Wien rechnet man die Nachspeise nicht. Man isst sie einfach mit.

Wir kochen diese Klassiker so, wie sie gemeint sind: ehrlich, reichlich und mit Produkten aus der Region. Deshalb steht bei uns nicht die große Geste im Vordergrund, sondern der Teller, der leer wird.

Zum Nachkochen: Alt Wiener Kaiserschmarren

Für 4 Personen · ca. 30 Minuten

  • 6 Eier
  • 250 g glattes Mehl
  • 500 ml Milch
  • 2 EL Kristallzucker
  • 1 Pkg. Vanillezucker
  • 1 Prise Salz
  • 50 g Rosinen (nach Belieben in 2 cl Rum eingeweicht)
  • 60 g Butter
  • Staubzucker zum Bestreuen
  1. Eier trennen. Dotter mit Milch, Mehl, Vanillezucker und Salz zu einem glatten Teig rühren.
  2. Eiklar mit dem Kristallzucker zu steifem Schnee schlagen und locker unter den Teig heben – so wird der Schmarren schön flaumig.
  3. In einer großen Pfanne die Hälfte der Butter aufschäumen, den Teig etwa 2 cm hoch eingießen und die Rosinen darüberstreuen.
  4. Bei mittlerer Hitze goldbraun anbacken, dann vierteln, wenden und im Rohr bei 180 °C ca. 6–8 Minuten fertig backen.
  5. Mit zwei Gabeln in mundgerechte Stücke reißen, restliche Butter und einen Löffel Zucker dazugeben und kurz karamellisieren.
  6. Dick mit Staubzucker bestreuen und mit Zwetschkenröster oder Apfelmus servieren.

Zum Nachkochen: Alt Wiener Zwiebelrostbraten

Für 4 Personen · ca. 45 Minuten

  • 4 Scheiben Beiried (je ca. 200 g)
  • 3 große Zwiebeln
  • 2 EL glattes Mehl, plus etwas zum Bemehlen
  • 250 ml Rindsuppe
  • 1 EL Senf
  • Salz, Pfeffer, edelsüßes Paprikapulver
  • Öl und 30 g Butter
  1. Den Fettrand der Beiried mehrmals einschneiden, damit sich das Fleisch nicht wölbt. Leicht klopfen, salzen, pfeffern und eine Seite dünn mit Senf bestreichen.
  2. Zwiebeln in feine Ringe schneiden, mit Mehl und etwas Paprikapulver vermengen und in reichlich heißem Öl goldbraun und knusprig frittieren. Auf Küchenpapier abtropfen lassen und leicht salzen.
  3. Die Fleischscheiben auf einer Seite bemehlen und in heißem Öl beidseitig je ca. 2 Minuten scharf anbraten. Herausnehmen und warm stellen.
  4. Den Bratensatz mit Rindsuppe ablöschen, kurz einkochen lassen und mit kalter Butter montieren.
  5. Das Fleisch kurz im Saft ziehen lassen, anrichten, mit Saft übergießen und die Röstzwiebeln großzügig darauf verteilen.
  6. Dazu passen Bratkartoffeln oder ein Essiggurkerl.

Mahlzeit! Und wer lieber genießt als kocht: Bei uns auf der Bezirks Alm steht beides regelmäßig auf der Karte.

Bis bald auf der Alm.

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